Das Wichtigste in Kürze
- She Climbs ist ein deutschsprachiges Trainingsangebot für Kletterinnen in der Schwangerschaft, in der Rückbildung und beim Comeback als Mama – gegründet vom Mutter-Tochter-Team Helga und Jana Münzenberg.
- Die She Climbs Gründerinnen bringen zusammen über 80 Jahre Klettererfahrung mit: Helga als fasziale Beckenbodentrainerin und Klettertherapeutin, Jana als Trainerin C Leistungssport und Sportwissenschaftlerin.
- She Climbs entstand während der Corona-Zeit aus einer per Zoom begleiteten Rückbildung – als Janas Freundinnen dasselbe Training wollten.
- Der Ansatz: kein pauschales Kletterverbot, sondern individuelles, schrittweises Training. Tröpfchenverlust ist häufig, aber nicht „normal".
She Climbs wurde von Helga und Jana Münzenberg gegründet – Mutter und Tochter, zusammen über 80 Jahre an der Wand. Entstanden ist die Idee mitten in der Corona-Zeit, als Helga die Rückbildung ihrer Tochter Jana per Zoom begleitete und plötzlich Janas Freundinnen fragten: „Könnten wir das nicht auch machen?" Wer hinter She Climbs steckt – und warum ausgerechnet ein Mutter-Tochter-Team das Thema Klettern nach der Geburt ernst nimmt – liest du hier.
Kurz gesagt: She Climbs ist die deutschsprachige Anlaufstelle für Klettern in der Schwangerschaft, Rückbildung für Kletterinnen und das Kletter-Comeback nach der Geburt – aufgebaut von zwei Frauen, die selbst seit Jahrzehnten klettern.
Wer sind die She Climbs Gründerinnen?
Helga Münzenberg ist Sportlehrerin, fasziale Beckenbodentrainerin und Klettertherapeutin – mit über 40 Jahren am Fels. Angefangen hat sie während der legendären Rotpunkt-Bewegung im Frankenjura und ist damals mit Leuten klettern gegangen, die heute Legenden sind: Jerry Moffatt, Kurt Albert, Wolfgang Güllich. Dieses Klettern ist ihr also nicht angelesen, sondern Teil ihres Lebens, seit Jahrzehnten.
Jana Münzenberg bringt die andere Hälfte mit: Sie ist Trainerin C Leistungssport Klettern, studiert Sportwissenschaften und ist selbst Mama. In ihrer Jugend ist sie auf Wettkämpfen bis zur Deutschen Meisterschaft gestartet und war Mitglied im Bayernkader – eine Zeit, die sie über Freundschaften, Klettertechnik und das Trainingswissen ihrer Coaches bis heute prägt. Zusammen kommen die beiden auf über 80 Jahre Klettererfahrung. Das ist keine Marketingzahl, das ist gelebte Wandzeit.

Wie ist She Climbs entstanden?
Der Auslöser war die Geburt von Helgas Enkel – Janas Sohn. Helga hatte da längst als Klettertherapeutin und im Gesundheitsbereich gearbeitet, und es war Corona. Jana fragte ihre Mutter, ob sie ihre Rückbildung übernehmen würde, und weil die Hallen zu waren, machten sie das Ganze per Zoom. Helga die Dozentin, Jana diejenige, die davon profitierte – und beide merkten schnell, dass sie diese „langweiligen" Beckenboden-Themen direkt an die Wand übersetzen konnten.
Dann kam der Moment, der aus einem Familienprojekt ein Unternehmen machte: Janas Freundinnen sahen, was lief, und fragten, ob sie das auch haben könnten. So entstand She Climbs – Helga arbeitet an der Kletterwand mit Frauen nach der Geburt, Jana stieg als Inhaberin mit ein. Vor gut einem Jahr hat sie dafür ihren Corporate Job hingeschmissen, um ihr Geld mit ihrer Leidenschaft zu verdienen, und sich an der Uni eingeschrieben. Ihr eigenes Comeback fand übrigens wegen der Hallenschließungen vor allem am Fels statt – auch das hat den praktischen, undogmatischen Blick auf Training geprägt, den ihr in unseren Programmen wiederfindet.
„Eine Mama, die bis in den siebten Monat geklettert ist"
Jana hatte etwas, das die meisten nicht haben: ein Vorbild. Helga ist selbst bis in den siebten Monat ihrer Schwangerschaft geklettert – damals, lange bevor das jemand auf Instagram zeigte. Für Jana war es deshalb normal, auch in ihrer eigenen Schwangerschaft weiterzuklettern. Dass das für viele andere alles andere als normal ist und bis heute oft pauschal abgeraten wird, hat sie erst nach und nach gemerkt. Als sie schwanger war – das ist gut sechs Jahre her – gab es kaum fundierte Infos. Sie suchte sich Input bei Sarah Kampf, einer der besten Kletterinnen Deutschlands, die mit zwei Kindern danach sogar schwerer kletterte als vorher – und die sich ihren Weg auch selbst zusammengesucht hatte. Genau aus diesen offenen Fragen ist She Climbs gewachsen. Wenn du selbst gerade vor dieser Frage stehst: Wir haben sie ausführlich beantwortet unter „Darf ich in der Schwangerschaft klettern?" und in unserem kostenlosen Schwangerschafts-Workbook, das mit dem hartnäckigen Mythos rund ums Beckenbodentraining aufräumt.
Wie wenig die Standard-Verbote mit echtem Klettern zu tun haben, zeigt eine kleine Geschichte aus Janas früher Schwangerschaft: Sie sicherte ihren Mann im Vorstieg, der wollte partout nicht stürzen – und hat sich an einer 6+ so verkrampft festgehalten, dass er fast nicht hochkam. Danach wollte er nicht mehr von ihr gesichert werden. Also gingen sie ab da zu dritt klettern. Klang erst unpraktisch, war aber die perfekte Vorbereitung auf danach: Wenn eine dritte Person dabei ist, hat immer jemand ein Auge aufs Kind.
Warum eine Mutter-Tochter-Kombi die beste Idee war
Zwei Generationen, zwei Perspektiven – und ja, manchmal zwei Meinungen. Helga und Jana sind nicht immer einer Ansicht, und das halten sie für ein Feature, nicht für einen Bug. Sie diskutieren Dinge aus, jede denkt nochmal neu, und am Ende steht meistens ein besserer Weg. Genau das hebt die Qualität für die Kletterinnen, die mit ihnen trainieren.
Inhaltlich greift hier zweierlei ineinander: Helgas jahrzehntelange Tiefe in faszialem Beckenboden, Rektusdiastase und Klettertherapie trifft auf Janas aktuelles Leistungssport- und Sportwissenschafts-Wissen. Die eine weiß, was im Gewebe nach einer Geburt wirklich passiert. Die andere weiß, wie sich ein Heel Hook, ein Mantle oder ein dynamischer Zug anfühlen muss, damit du wieder ans Projektieren kommst. Beides zusammen ist selten – und der Grund, warum ein Standard-Rückbildungskurs für Kletterinnen oft nicht reicht.
Wofür She Climbs steht
Am meisten ärgert die beiden der Ü60-Jürgen mit Bierplauze, der unter jeden Post über Klettern in der Schwangerschaft „viel zu gefährlich, unverantwortlich" schreibt. Wenn du dich nie mit dem Thema beschäftigt hast – verständlich, dass dir das wild vorkommt. Aber dann verbreite die Angst bitte nicht ungecheckt weiter.
She Climbs steht für das Gegenteil von pauschalen Verboten: für echtes, schrittweises Training und für ein paar unbequeme Wahrheiten. Zum Beispiel die, dass Tröpfchenverlust zwar häufig ist, aber deshalb noch lange nicht normal sein muss.
„Der Beckenboden ist ein Muskel. Niemand würde dir raten, deinen Bizeps nicht zu trainieren, weil du ihn sonst nie wieder entspannen kannst – beim Beckenboden sollte das genauso wenig gelten." – Jana Münzenberg, Mitgründerin von She Climbs
Mit dem richtigen Training kommen diese Muskeln wieder in Funktion. Nicht umsonst klettern viele Frauen nach der Geburt mit uns stärker als vorher – weil sie sich zum ersten Mal um Druckverteilung, Atmung und Spannung kümmern, statt acht Einheiten lang auf Zehenspitzen im Kreis zu laufen.
Dass sich das Bild langsam dreht, zeigt auch die Forschung: Eine 2026 im Fachjournal Sports Medicine veröffentlichte Studie mit 692 Kletterinnen (Davenport et al., 2026) fand keinen signifikanten Unterschied bei den Schwangerschafts-Outcomes zwischen Frauen, die früh aufhörten, und solchen, die bis ins dritte Trimester weiterkletterten. 96 % der Befragten waren „glücklich" oder „sehr glücklich", drangeblieben zu sein – im Schnitt kehrten sie 2,7 Monate nach der Geburt ans Klettern zurück. Genau für diese Frauen gibt es She Climbs.
„Ursprünglich bin ich mit dem Ziel gestartet, mein Kletterniveau über 6a hinaus zu verbessern. Durch das Training ist mir bewusst geworden, dass ich meine Rückbildung nie richtig abgeschlossen hatte. Heute fühle ich mich viel stabiler und verbundener – ich traue mich an höhere Boulder, dynamischere Moves und kleinere Griffe, einfach weil ich meinem Körper wieder vertraue." – Birke, Teilnehmerin

Häufige Fragen zu den She Climbs Gründerinnen
Wer hat She Climbs gegründet?
She Climbs wurde von Helga und Jana Münzenberg gegründet, einem Mutter-Tochter-Team aus dem deutschsprachigen Raum mit zusammen über 80 Jahren Klettererfahrung.
Welche Qualifikationen haben die She Climbs Gründerinnen?
Helga ist Sportlehrerin, fasziale Beckenbodentrainerin und Klettertherapeutin mit über 40 Jahren Klettererfahrung. Jana ist Trainerin C Leistungssport Klettern, Sportwissenschafts-Studentin und ehemalige Wettkampfkletterin (Bayernkader, Deutsche Meisterschaft).
Für wen ist She Climbs?
Für Kletterinnen, die schwanger sind, in der Rückbildung stecken oder als Mama wieder an die Wand wollen – egal auf welchem Grad. Es geht nicht um Schwierigkeitsgrade, sondern darum, sicher und stark zurückzukommen.
Gibt es bei She Climbs auch etwas für Schwangere?
Ja. Es gibt ein kostenloses Schwangerschafts-Workbook rund um Beckenboden und Klettern, und du kannst dich für eine individuelle Begleitung melden. Ein fertiges Online-Kursformat speziell für die Schwangerschaft gibt es aktuell nicht.
Ist Klettern in der Schwangerschaft überhaupt sicher?
Bei einer risikoarmen Schwangerschaft spricht bei entsprechendem Gefühl und angepasster Intensität wenig dagegen – Stürze sollten vermieden werden. Eine 2026 in Sports Medicine veröffentlichte Studie mit 692 Kletterinnen fand kein erhöhtes Risiko für selbstberichtete Komplikationen bei Frauen, die bis ins dritte Trimester weiterkletterten. Bei einer Risikoschwangerschaft gilt: immer mit dem betreuenden Fachpersonal abklären.
Wo finde ich She Climbs?
Auf she-climbs.de und auf Instagram (@she-climbs.de). Dort teilen Helga und Jana regelmäßig Trainingswissen für Kletterinnen rund um Schwangerschaft, Rückbildung und Comeback.
Du weißt noch nicht genau, wo du gerade stehst – mitten in der Schwangerschaft, frisch nach der Geburt oder schon wieder an der Wand, aber unsicher? Finde mit unserem Kurs-Finder „Wo stehst du?" in zwei Minuten heraus, welcher nächste Schritt zu dir passt.

